MEHR GRÜN, WENIGER BETON

Die Stadt Wilhelmshaven wird vom Land Niedersachsen rund 50 Millionen Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität erhalten. Die Grünen Wilhelmshaven möchten dieses Geld schwerpunktmäßig für Klimaanpassungsmaßnahmen und die energetische Sanierung von Gebäuden ausgeben.

„In den letzten Jahren hat es immer mehr Tage gegeben, an denen es draußen nur im Schatten auszuhalten war. Die Antwort ist einfach: Wir brauchen mehr Bäume für mehr Schatten, mehr Grünfläche und weniger Beton“, sagt Kreissprecherin der Grünen, Annika Fisahn-Kratz. „Und da Bäume nicht über Nacht wachsen, müssen wir sie möglichst bald pflanzen. Es wird in den nächsten Jahren nur noch heißer.“

Konkret möchten die Grünen, dass Bäume auf mindestens einer Seite von möglichst jeder Straße in der Stadt stehen. Messungen zeigen, dass es unter ausgewachsenen Bäumen neben einer Straße bis zu 18 Grad kühler ist als mitten auf der gleichen Straße. Bei den Baumarten soll nicht nur auf Resilienz gegen die zu erwartende Hitze geachtet werden. Bäume der gleichen Art sollten nicht mehr nebeneinander gepflanzt werden, um die Ausbreitung von Krankheiten auszubremsen.

Bei der Pflanzung von neuen Bäumen möchten die Grünen nach Wegen suchen, Bürgerinnen und Bürger einzubinden. „Wenn vor meinem Haus ein Baum fehlt, soll ich nach Rücksprache mit der Stadt selber dort einen Baum pflanzen dürfen“, findet Kreissprecher Alex von Fintel. „Das wird nicht nur Geld für andere wichtige Maßnahmen freihalten, sondern vor allem viel schneller gehen.“

Die Entsiegelung von gepflasterten Flächen, die nicht zwingend mit Beton oder Asphalt bedeckt werden müssen, sorgen nicht nur dafür, dass die Umgebung weniger Hitze speichert. Grüne Flächen nehmen viel mehr Wasser auf. In den kommenden Jahren ist nicht nur mit mehr heißen Tagen, sondern auch mit mehr Starkregenereignissen zu rechnen. Die Kanalisation stößt bereits an ihren Grenzen.

Bis 2045 möchte Deutschland klimaneutral werden. Ab dann wird niemand mehr mit Erdgas heizen. Alle städtischen Gebäude mit Wärmepumpen oder Erdwärme auszustatten bzw. an Fernwärmenetze anzuschließen, wird eine große Aufgabe sein. Andere Städte sind Wilhelmshaven in diesem Punkt weit voraus.

„Diese Hausaufgabe müssen wir so oder so machen. Wenn wir das Sondervermögen hier nicht einsetzen, werden wir diese Vorhaben über Schulden finanzieren müssen – und Schulden haben wir bereits mehr als genug“, erklären die beiden Grünen.

Die Grünen erwarten nicht, dass jeder Euro in Klimaanpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen investiert wird. Wilhelmshaven hat auch Baustellen zum Beispiel bei der Fahrradinfrastruktur oder der Barrierefreiheit.

Allerdings ist Wilhelmshaven laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft und der Ergo-Versicherung die Stadt in Deutschland, die am stärksten vom Klimawandel bedroht ist. Dass die Reduzierung der Klimarisiken Hauptschwerpunkt der Investitionen aus dem Sondervermögen sein müsste, sollte selbstverständlich sein, so die Grünen.

Erinnerung bleibt – Gedenkgang…