Erinnerung bleibt – Gedenkgang nach Diebstahl der Stolpersteine der Familie Hirschberg

Drei Stolpersteine der Familie Hirschberg in Wilhelmshaven liegen auf dem Gehweg, umgeben von weißen Rosen. Oben links steht auf einem grünen Banner der Schriftzug „Erinnerung bleibt.“ Das Bild entstand vor dem Gedenkgang zum Diebstahl der Stolpersteine.

Am 30. Mai wurden in Wilhelmshaven mehrere neue Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Unter ihnen befanden sich auch die Stolpersteine für Leo, Slata und Lucie Hirschberg. Die Verlegung war Teil eines umfangreichen Erinnerungsprojekts, an dem Schülerinnen und Lehrerinnen der Cäcilienschule und der Franziskusschule beteiligt waren. Sie beschäftigten sich intensiv mit den Lebensgeschichten der Opfer, recherchierten ihre Geschichten und machten Erinnerung sichtbar.

Zur Verlegung reisten zudem Angehörige und Gäste aus den USA, England und weiteren Ländern an, um gemeinsam der Opfer zu gedenken.

Bereits einen Tag später wurden die drei Stolpersteine der Familie Hirschberg aus der Börsenstraße 57 herausgerissen und entwendet. Der Vorfall löste in Wilhelmshaven große Bestürzung aus.

Gestern kamen zahlreiche Menschen zu einem gemeinsamen Gedenkgang zusammen, um an die Familie Hirschberg zu erinnern und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

Die gestohlenen Stolpersteine wurden symbolisch durch einen erstellten 3D-Druck-Stolperstein ersetzt.
Neue Stolpersteine wurden bereits bestellt.

Die Geschichte der Familie Hirschberg endet in Auschwitz. Doch Erinnerung lässt sich nicht herausreißen. Stolpersteine erinnern an Menschen, ihre Namen und ihre Geschichten – mitten in unserer Stadt und mitten in unserem Alltag.

Gestohlende Stolpersteine löscht keine Geschichte.