WOHIN MIT DEM HUND?

– Grüne fordern mehr Freilaufflächen
– Regeln für die Brut- und Setzzeit gelten nur in der freien Natur

Jedes Jahr teilt die Stadt Wilhelmshaven zu Beginn der Brut- und Setzzeit Anfang April mit, wo man mit seinem Hund ohne Leine nicht sein darf. Die Antwort bleibt immer gleich: So gut wie überall. Diese Meldung stiftet immer wieder Ärger und Verwirrung.

Zuerst die Verwirrung: Hundebesitzer, die ihre Hunde ohne Leine auf dem Bürgersteig oder gar im eigenen Garten laufen lassen, werden von Passanten mit Verweis auf hohe Bußgelder ausgeschimpft. Dabei gilt die Leinenpflicht in der Brut- und Setzzeit nur in der freien Natur. In Grünanlagen, die für den Aufenthalt von Menschen bestimmt sind oder an Wohngebieten direkt angrenzen, gilt diese Leinenpflicht nicht. Die Anwesenheit von Menschen und vor allem von Hauskatzen bedeutet, dass wild lebende Tiere die Gegenden ohnehin vermeiden und freilaufende Hunde kaum Schaden anrichten können.

Und jetzt der Ärger: Die Stadt verweist auch darauf, dass eine Leinenpflicht ganzjährig auf sämtlichen stadteigenen Grünflächen gilt. Dort droht zwar ein deutlich niedrigeres Bußgeld. Trotzdem mögen alle, die ihr Hunde ohne Leine laufen lassen möchten, zu einer der beiden Freilaufflächen fahren.

„Diese beiden Flächen befinden sich am Stadtrand und sind nicht sonderlich gut zu erreichen“, kritisiert Vorstandsmitglied Dirk Eschen. „Und sie würden nicht annähernd ausreichen, wenn alle Wilhelmshavener Hundebesitzer sie tatsächlich benutzen würden. Zudem ist die Fläche an der Möwenstraße im Stadtnorden in den Wintermonaten eine einzige Matschwiese – sie war am Osterwochenende immer noch nur mit Gummistiefeln und viel Mühe zu betreten.“ 

Ein Vorschlag der Grünen Fraktion, mehrere kleineren Freilaufflächen in der Stadt einzurichten, ist – wie auch sehr viele andere Vorhaben in den letzten Jahren – stecken geblieben. Solche Flächen sind in vielen anderen größeren Städten verbreitet.

„Hunde müssen frei laufen und mit anderen Hunden spielen dürfen, alles andere ist nicht artgerecht“, sagt Vorstandssprecher Alex von Fintel. „Solange es keine erreichbaren Freilaufflächen, wenn Hundebesitzer das Risiko eines Bußgeldes eingehen. Da viele Grünflächen kaum kontrolliert werden, ist das Risiko überschaubar. Erwischt werden vor allem ältere Menschen, die nicht schnell genug weglaufen können, wenn das Ordnungsamt doch kommt.“

Das Ergebnis ist für Menschen, die vor Hunden Angst haben, auch nicht befriedigend.
Wenn nirgends abgeleint werden darf, wird überall abgeleint.